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2010-07-23

Die Österreicher arbeiten 210 Tage im Jahr für den Staat

Tax Freedom Day in Österreich: 28. Juli 2010

 

   Wien - Wie lange müssen die österreichischen Steuerzahler
durchschnittlich arbeiten um die jährlichen Steuer- und Sozialabgaben
zu decken? Wissen Sie, ab welchem Tag Sie theoretisch nicht mehr für
die Staatskasse sondern in die eigene Tasche wirtschaften? Das
Austrian Economics Center (AEC) hat mit freundlicher Unterstützung
des Karl-Bräuer-Instituts des Bundes der Steuerzahler Deutschland den
Tax Freedom Day (zu Deutsch: Steuerzahlertag oder
Steuerzahlergedenktag) für Österreich berechnet. Gerade in der
aktuellen Debatte, in der sich Bundeskanzler und Finanzminister nicht
einigen können, welche Steuern zuerst erhöht werden sollen
(Grundsteuer, Mineralölsteuer, oder vielleicht doch die
Mehrwertsteuer), polarisiert dieses Thema mehr denn je. Die
Berechnung des Austrian Economics Centers (AEC) zeigt, dass der Tax
Freedom Day dieses Jahr auf den 28. Juli fällt. Erst ab diesem Tag
kann der österreichische Steuerzahler in seine eigene Tasche
wirtschaften und hat somit theoretisch seinen Steuerdienst am Staat
erfüllt: am 210ten Tag des Jahres!

   Die historische Entwicklung des Steuerzahlertags zeigt, dass sich
der Tax Freedom Day in Österreich seit 1976 (damals noch 23. Juni),
weiter nach hinten verschoben hat. Seinen Höchststand erreichte er
2001, als der Durchschnittsösterreicher bis zum 22. August arbeiten
musste, um seinen Steuer- und Abgabensold zu erfüllen. Dr. Barbara
Kolm, Präsidentin des Austrian Economics Centers, befürchtet, dass
auch die steigende Staatsverschuldung (die OECD rechnet für 2010 mit
einem Budgetdefizit von 7,7%) und die damit einhergehende Belastung
für zukünftige Generationen eine starke Auswirkung auf den
Steuerzahlertag haben wird.

   "Um die öffentliche Schuldenlast zu tilgen, müssten entweder
Ausgaben signifikant gesenkt werden oder aber die Steuerlasten müssen
erhöht werden, was zu einer weiteren Verschiebung des Tax Freedom
Days nach hinten führen würde. Man solle nicht von Beginn an über
neue und zusätzliche Steuern nachdenken, sondern zuerst
ausgabenseitige Maßnahmen prüfen, um das steigende Staatsdefizit zu
reduzieren, da Massensteuern mit einem allgemeinem Kaufkraftverlust
einhergehen und somit auch das Wirtschaftswachstum gefährden", so
Kolm. Auch die Anhebung des Spitzensteuersatzes, die von einigen in
der Politik gefordert wird, hält Kolm nicht für sinnvoll. "Eine
Anhebung würde nicht nur Privatpersonen treffen sondern auch
Unternehmen, was nicht nur Investitionen verringern würde, sondern
auch negative Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt hätte".

   Mit dem Tax Freedom Day am 28. Juli 2010 soll darauf hingewiesen
werden, dass Österreich keine neue Steuerbelastung benötigt. "Nicht
neue Steuern führen zu einer nachhaltigen Konsolidierung des Budgets,
sondern Wirtschaftswachstum, Steigerung der Exporte, Entlastung von
Unternehmen, Vereinfachung verkrusteter Verwaltungsstrukturen und
neue Anreize für Bildung und Innovationen", so Kolm.

   Weitere Informationen zum Tax Freedom Day in Österreich erhalten
Sie unter www.taxfreedomday.at

Rückfragehinweis:
   Austrian Economics Center
   Mag. Markus Putz
   Tel.: (+43 664) 88 620 389
   m.putz@austriancenter.com


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